Ratgeber, Feldstudie und System, dazu Merkur und Novoline.
Zur Liste →Spiel und Literatur: Bücher über Casino und Glück
Romane, Ratgeber, Reportagen und eine Studie über Automaten, Karten und Casinos, dazu ein Film und ein Buch über Kartenzähler.
Warum Glücksspiel ein literarisches Thema ist
Kaum ein Ort ist so dicht mit Geschichten aufgeladen wie ein Casino. Am Spieltisch zeigt sich in wenigen Minuten, wie Menschen mit Risiko, Verlust und Hoffnung umgehen. Dostojewski schrieb mit „Der Spieler“ einen Roman aus eigener Erfahrung, Ian Fleming schickte James Bond in seinem ersten Abenteuer an einen Baccarat-Tisch, und Reporter haben seitdem immer wieder beschrieben, wie aus einer Wüstenstadt das Zentrum einer ganzen Industrie wurde.
Dieser Bereich des Lesejournals sammelt Bücher und einen Film rund um das Spiel. Die Auswahl ist bewusst gemischt: Neben Strategiebüchern für Blackjack und Poker stehen Romane, Reportagen und eine wissenschaftliche Studie. Manche Bücher zeigen, wie ein Spiel funktioniert, andere, was es mit Menschen macht. Für Leser ist gerade dieser Wechsel der Perspektive interessant.
Die vier Bücherlisten
Die Liste über Spielautomaten verbindet einen amerikanischen Ratgeber, Natasha Dow Schülls Feldstudie „Addiction by Design“ über Automatenspieler in Las Vegas und ein Systembuch über Penny Slots. Zwei Abschnitte beschreiben außerdem die bekannten deutschen und österreichischen Automatenmarken Merkur und Novoline.
Die Liste über Poker reicht von Aaron Browns Essay über Poker und Finanzmärkte bis zu zwei Strategiebüchern für No-Limit Texas Hold’em. Die Liste über Blackjack stellt drei Klassiker von Stanford Wong vor, von der Grundstrategie bis zum High-Low-Zählsystem. Die Liste über Casinos schließlich enthält einen Ratgeber, „Casino Royale“ und Pete Earleys Reportage „Super Casino“, gefolgt von drei Büchern über Las Vegas.
Ein Buch und ein Film
Zwei Einzelbesprechungen ergänzen die Listen. Ben Mezrichs „21“ erzählt von Studenten des MIT, die mit Kartenzählen und Teamarbeit in den Casinos von Las Vegas gewannen. Das Buch wurde 2008 verfilmt und hat das Bild vom Kartenzählen stark geprägt. Wer danach wissen will, wie das Zählen wirklich funktioniert, findet die passende Theorie in der Blackjack-Liste.
Die Kritik zu Martin Scorseses „Casino“ von 1995 führt in die Zeit, als die Mafia in Las Vegas noch mitverdiente. Robert De Niro, Sharon Stone und Joe Pesci spielen nach einer Vorlage von Nicholas Pileggi. Der Film passt gut zu „Super Casino“, das den Weg der Stadt von diesen Jahren bis zu den Konzernen nachzeichnet.
Beide Werke zeigen zwei Seiten derselben Stadt: hier die Hoffnung, das System mit Verstand zu schlagen, dort die Organisation, die dafür sorgt, dass es auf Dauer nicht gelingt. Gemeinsam mit den Reportagen aus der Casino-Liste ergibt sich ein recht vollständiges Bild davon, wie Las Vegas funktioniert, wer daran verdient und welchen Preis einzelne Spieler dafür zahlen.
Wie die Listen aufgebaut sind
Jede Liste stellt drei Bücher vor, die Casino-Liste sechs. Zu jedem Buch gibt es eine ausführliche Beschreibung, eine Einschätzung der Stärken und Schwächen und den Hinweis, für wen es sich eignet. Eine kurze Übersicht am Ende jeder Seite fasst die Bücher zusammen, und häufige Fragen beantworten das Wichtigste in wenigen Sätzen.
Die Bücher sind meist englischsprachig, weil die amerikanische Literatur über Glücksspiel deutlich umfangreicher ist als die deutsche. Wer Englisch liest, findet hier Klassiker, die nie übersetzt wurden. Die Besprechungen selbst sind auf Deutsch.
Ein Wort zur Verantwortung
Bücher über Strategie verändern nichts daran, dass Casinospiele auf lange Sicht der Bank nützen und dass Glücksspiel süchtig machen kann. Studien wie die von Natasha Dow Schüll zeigen sehr genau, wie Automaten darauf ausgelegt sind, Menschen möglichst lange am Gerät zu halten. Wer merkt, dass das Spielen zur Belastung wird, findet Beratung bei Suchtberatungsstellen und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Weitere Bücher außerhalb des Themas Glücksspiel stehen in den Rezensionen, und auf der Startseite beginnt alles mit „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink und seiner Verfilmung.
Von der Wall Street bis zum No-Limit-Tisch.
Zur Liste →Drei Klassiker von Stanford Wong.
Zur Liste →Bond, Megacasinos und die Stadt in der Wüste.
Zur Liste →Studenten, Kartenzählen und Las Vegas.
Lesen →De Niro, Stone und Pesci im alten Las Vegas.
Lesen →Romane und Erzählungen nach „Der Vorleser“.
Zur Übersicht →Zur Startseite des Lesejournals.
Zur Startseite →Fragen zu Spiel und Literatur
01Was findet man im Bereich „Spiel und Literatur“?
Vier Bücherlisten zu Spielautomaten, Poker, Blackjack und Casinos samt Las Vegas, dazu eine Buchbesprechung von Ben Mezrichs „21“ und eine Filmkritik zu Martin Scorseses „Casino“.
02Sind das Spielanleitungen?
Nur zum Teil. Einige Bücher erklären Strategien für Blackjack oder Poker, andere sind Romane, Reportagen oder wissenschaftliche Studien. Die Listen beschreiben jedes Buch und sagen, für wen es sich eignet.
03Welches Buch eignet sich für den Einstieg in das Thema?
Wer erzählerisch einsteigen will, beginnt mit „21“ von Ben Mezrich oder „Casino Royale“ von Ian Fleming. Wer verstehen will, wie Spielautomaten Menschen binden, liest „Addiction by Design“ von Natasha Dow Schüll.
04Was hat Glücksspiel mit „Der Vorleser“ zu tun?
Inhaltlich nichts. Der Bereich ist eine eigene Abteilung dieses Lesejournals, das neben „Der Vorleser“ auch andere Bücher und Filme bespricht.
05Wo bekommt man Hilfe bei Spielsucht?
In Deutschland bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Informationen und Beratung zum Thema Glücksspielsucht, ebenso viele örtliche Suchtberatungsstellen.